Ergotherapie Nicola Bareis

Willkommen auf der Praxis – Homepage!

Spielideen zur Entwicklungsförderung

Wasser marsch!

Als erste Idee möchte ich Ihnen die Wasserrutsche vorstellen. Sie brauchen dafür eine dicke, reißfeste Plane, Wasser, evtl. Bodylotion, einen Garten und viel Sommerwetter. Als Folie benutzen wir in der Praxis Teichfolie, die bekommt man in einer guten Qualität und einer brauchbaren Breite.Meistens liegt die Teichfiolie doppelt, so dass man relativ wenige Meter kaufen muss. Dann ist es gut, wenn das Gelände etwas abschüssig ist oder man eine kleine “Schanze” unter die Folie legt oder baut. So bekommen die Kinder einfach mehr Geschwindigkeit. Die Folie auf den Rasen, auf die Folie Wasser (evtl. über einen Gartenschlauch, aber eine Gießkanne tut es zur Not auch) und jetzt sollten sich die Kids eincremen, damit sie flitschiger werden. Und los geht`s : Anlauf nehmen und auf dem Bauch die Folie runtergerutscht bis zum Ende. Welche Sinne dabei angesprochen werden? Zum Einen das Gleichgewichtssystem, dann gibt es viele Spürinformationen beim Eincremen und durch die Reibung der Haut auf der Folie.Auch das Körpergefühl wird geschult und durch die Bauchlage haben wir einen guten Tonusaufbau und das Beste: es macht Spaß!

Als nächstes macht die Schaumfabrik an heißen Tagen Spaß und lässt sich gut mit der Wasserrutsche kombinieren. Für die Schaumfabrig brauchen Sie einen dicken Schwamm, Trinkhalme, Spülmittel eine Schüssel mit Wasser. Das Spülmittel kommt in eine Scgüssel, in der etwas Wasser ist, dann wird der Schwamm darin ganz doll gedrückt und geknetet, bis viel Schaum entsteht. Pustet man nun vorsichtig in diese Schaumberge mit einem Trinkhalm , bekommen wir Seifenblasen!!!! Wer kann die größten Schaumberge herstellen und wer die größte Seifenblase? Wenn der Seifenschaum auf die Wasserrutsche kommt, wird die noch etwas flitschiger und schneller!

Einpanieren.

Hiefür reichen ein Sandkasten und Wasser. Den Körper nass machen und dann in den Sandkasten legen und von allen Seiten gut einpanieren! Alles abrubbeln und gleich noch einmal! Das gibt gaaaanz viele taktile Spürinfos! Anschließend noch gut eincremen und alles wieder mit leichtem Druck dann wird es eine kleine Massage, die die Körperwahrnehmung  fördert!

Monsterfüße

“Kleine Monster” brauchen Monsterfüße. Zuerst werden die Kinderfüße mit ganz viel Druck eingecremt (das hilft, damit die Schminke später leichter wieder abzuwaschen ist).Dann werden Muster, Gesichter, Sonnen oder einfach nur Farbkleckse mit Kinderschminkfarben auf die Füße gemalt. Vielleicht links ein trauriges Gesicht und rechts ein lachendes? Ob sich die Füße wohl unterhalten können? Was erzählen sich nur zwei Füße, wenn keiner zuhört? Dann werden alle Gesichter, Farben und Muster mit etwas Wasser vermalt, eine grau-braune Einheitsfarbe erscheint und Kinderfüße sehen auf einmal aus, wie die von kleinen Monstern. Bei diesem Spiel wird wieder das Spüren über die Haut angeregt und durch das Einmassieren der Creme , nimmt das Kind die Füße gut wahr.

Wie Bouldern (Klettern in geringer Höhe) nützlich für die Entwicklung unserer Kinder sein kann.

Am letzten Wochenende war ich mit meiner Familie in einer Kletterhalle in Augsburg. In der Boulderhalle gab es viele unterschiedlich schwere Kletterwege. Von gaaanz leicht bis hin zu “schaffen nur Profis” war alles dabei. Beim Klettern wird sehr gut die Körperkoordination gefordert und gefördert.Ich muss die Bewegungen gut planen, bekomme viele starke Spürinformationen in meine Hände (was gut für das Nachreifen der Feinmotorik ist) alle Muskelgruppen werden beansprucht und das macht eine gute Körperwahrnehmung. Beim Bouldern gehen einige Wege auch ganz schön hoch und es erfordert somit auch Mut bis obenhin zu klettern, belohnt wird der Mut dann mit dem tollen Gefühl, einen Weg geschafft zu haben. Das ist ein guter Anschub für das Selbstbewusstsein! Weiterhin wird die Konzentration, das Gleichgewichtssystem und die Ausdauer geschult. Impulsives Verhalten muss unter Kontrolle gehalten werden, eine gute Schulung besonders für Kinder mit z.B. der Diagnose ADHS. Bouldern macht Spaß und kann ein schönes Erlebnis für die ganze Familie sein aber profitieren können ganz sicher unsere Kinder mit Problemen in der Wahrnehmungsverarbeitung. Auch in OWL gibt es eine Boulderhalle, vielleicht mal ein Ausflugsziel für verregnete Sonntage!

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Schaukeln zum Selbermachen für wenig Geld

Schaukeln regt das Gleichgewichtssystem an und darüber werden viele Funktionen geschult und trainiert. Sich draußen zu bewegen, zu toben und zu tollen tut jedem Kind gut. Ich stelle Ihnen gleich zwei Schaukeln vor, die für wenig Geld schnell selbst gebaut sind (da sie weder TüV geprüft sind, noch sonst ein Sicherheitsprüfsiegel haben, bitte vorsichtig sein und die Stabilität gut vorher prüfen!).

Da ist unsere Schaukel aus einem Mörtelbottich. Damit kann man herrlich “Heißluftballon” oder “Schiff” spielen. In den Mörtelbottich werden vier gegenüberliegende Löcher gebohrt und richtig stabile Nylonschnur zum Aufhängen durchgezogen und gut verknotet. Kleinere Kinder können in dem Bottich sitzen, auch Kinder mit einer Körperbehinderung sitzen stabil und sicher in dem Bottich. Zur Unterstützung können körperbehinderte Kinder z.B. mit einem Stillkissen gut “gelagert” werden. Legt man jetzt noch ein vibrierendes Spielzeug mit in den Bottich, übertragen sich die Vibrationen durch die Wände und den Boden auf den ganzen Körper des Kindes und lassen das Kind seinen Körper intensiv spüren.

Bottich

 

Als nächstes stelle ich Ihnen die Schaukel aus einem LKW Reifen vor. Hierbei muss mann darauf achten, dass das Ventil gut abgepolstert wird, damit sich das Kind nicht daran verletzt. Bei unserem Reifen ist ein breites Lederband um den Reifen und über das Ventil gelegt und auf das Lederband sind Gurte genäht an denen der Reifen aufgehängt wird (vom Schuster machen lassen!).

Autoreifen

Spiele zur Förderung von Konzentration und Ausdauer (für die Kleinen)

Auf der ersten Seite können Sie diese Woche einen Artikel zum Thema Konzentration lesen, hier kommen jetzt einige Spielvorschläge, was und wie Sie mit Ihrem Kind “Konzentration” üben können.

Natürlich ist es ein Unterschied, ob wir  von einem 3- jährigen Kind reden oder von einem 10 jährigen.

Gemeinsam ist beiden nur, dass wir Konzentration, also die Ausrichtung auf eine kognitive Handlung, trainieren können.

Sehen wir uns ersteinmal die kleinen Kids an. Immer wenn Sie in Ruhe etwas vorlesen, erzählen, kuscheln oder auch Lieder und kleine Verse mit Ihrem Kind lernen, braucht es Aufmerksamkeit. Aber auch, wenn Sie zusammen mit Ihrem Kind in der Küche Quark,Kartoffelpürree  oder Obstsalat schnippeln, sind alle Sinne am arbeiten und viel Konzentration wird benötigt. Überhaupt kann  in der Küche an vielen Stellen geübt werden und es macht meistens den Kindern auch noch Spaß!  Das Brot selber zu schmieren braucht jede Menge Ruhe und Konzentration, sich selber anzuziehen ebenfalls. Draußen balancieren, rennen, Dreiradfahren sind alles Tätigkeiten, die ohne Konzentration schief laufen. Schafft Ihr Kind das alles nicht alleine, unterstützen sie es, helfen sie ihm dabei. Ermunter Sie es dran zu bleiben und durchzuhalten! Hören Sie z.B. zusammen beim Spaziergang mit Ihrem Kind mal genau auf die Vogelstimmen, was gibt es da zu hören, wieviel unterschiedliche Vögel nehmen Sie wahr, was gibt es sonst noch für Geräusche? Wer kann die meisten Geräusche “sammeln”? Wer kann Blumen am Wegrand entdecken? Alles Tätigkeiten, bei denen Sie mit Ihrem Kind “selektive Aufmerksamkeit” üben!

Aber es gibt auch jede Menge Spiele zu kaufen, die viel Konzentration und Aufmerksamkeit benötigen.

Z.B. Flix mix, Speed, Dots (diese drei Spiele stammen aus einem Verlag und es sind kleine Kartenspiele für kleines Geld) Memory, Mikado, Klappe auf, Halli Galli, Ringelding, Kindersudoku u.s.w.

Spiele zur Förderung der Propriozeption (Körpereigenwahrnehmung):

 In der normalen Entwicklung wird die Körpereigenwahrnehmung besonders durch das

– Krabbeln

– Rollen um die eigene Achse

– Fallen und Abstützen

– Hochziehen zum Stand an Gegenständen

geübt.

Diese Situationen werden in der Therapie ausgenutzt, in Spielsituationen umgesetzt und durch bes. Medien und Methoden verstärkt und dadurch dem kindlichen Gehirn so bewußt gemacht, daß die Reize verarbeitet werden können und sich das Gehirn besser organisieren kann. Propriozeptoren reagieren auf Druck und Zug an Muskeln Sehnen, Bändern und Gelenken, so daß wir auch in der Therapie zur Schulung der Propriozeption immer wieder Druck und Zug einsetzen.

 

Spielideen zum Krabbeln:

Über Kissen krabbeln, über Knautschsäcke krabbeln(die Säcke geben viel Widerstand, dadurch wird eine intensivere Propriozeption gefördert)

Krabbeln durch einen Kriechtunnel

Cremerutsche

Tiere nachspielen und dabei Krabbeln(Löwe im Zirkus z.B.)

 

Rollen um die Körperachse:

Einrollen in eine Decke oder Matte, hierbei viel Druck auf den Körper geben.

In einem Spielfass rollen

Hügel hinunterrollen, Kissenberg hinunterrollen

Schräge Ebene im Zimmer bauen und hinunterrollen

 

Fallen und Abstützen:

In einen großen Kissenberg hineinspringen

Einen Berg aus Kissen bauen und sich von oben hinunterplumpsen lassen.

Mit einem Rollbrett in einen Kissenberg hineinfahren

 

Hochziehen:

z.B. sich an Seilen hochziehen

an den Turnringen der Schaukel schaukeln

sich mit Hilfe eines Seiles aus einem Kissenberg ziehen

auf einem Rollbrett oder Skateboard gezogen werden

 

Andere Situationen für die Schulung der Propriozeption:

das Kind mit festem Druck eincremen und massieren , bes. an den Füßen und Händen, z.B. beim Eincremen mit Sonnenmilch etc.

Mit Ton arbeiten oder mit Knetgummi.

Mit den Füßen stampfen, mit den Händen klatschen (Klatschspiele).

Mit Sandsäckchen den Körper beschweren.

Am Strand fest einzelne Körperteile im Sand „einbuddeln“ und festklopfen, im Sand dann „panieren“ spielen und den Sand von der Haut „rubbeln“, das Rubbeln ist ein starker taktiler Reiz.

Schieben von schweren Dingen, z.B. die Sandsäckchen transportieren.

„Rüben ziehen“, das Kind hält sich auf dem Bauch liegend fest und Mutter versucht die Wurzeln(Hände) aus der Erde zu ziehen.

 

Kämpfen und balgen, Kräfte messen Fingerhakeln, etc.

 

Gärtnerspiel: Der Rücken des Kindes  ist der Garten und wird beackert, es wird gegraben ,gepflügt, gesät, die Sonne scheint darauf, ein Sturm bläst über das Feld hinweg etc, dabei werden mit den Fingern verschiedene Stimulationen gesetzt. Vielleicht mit einem Tennis- oder Igelball der Rücken des Kindes „abgerollt“  oder ein Massagegerät ist der „Traktor“ u.s.w.

Immer nur so viel und so stark, wie das Kind es gerne mag:

Nie über die Grenzen des Kindes hinaus!

 

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Das Gleichgewicht – ein Fundament für vieles

Nachhaltige Balance-Übungen für Kinder und Erwachsene

Laufen Sie nicht gerne über unebenes Gelände oder holprige Wege? Oder empfinden Sie das Barfuß-Laufen in tieferem Sand als eine etwas zu wacklige „Angelegenheit“? Mag Ihr Kind Ballspiele überhaupt nicht oder weigert es sich vehement in Hüpfburgen zu springen?  Für dies kann unser Gleichgewichtssystem mitverantwortlich sein. Sollte jedoch eine diagnostizierte Erkrankung vorliegen, so gehört deren Behandlung auf jeden Fall in die Hände eines Therapeuten! Mit den Übungen in etwas weiter unten, können Sie selbst Einiges tun, um ein labiles Gleichgewicht zu verbessern.

Vorab ein paar Informationen zum besseren Verständnis:

Das Erhalten unseres Gleichgewichtes erfolgt reflexartig und ohne Beteiligung
unseres Bewusstseins. Die Gleichgewichtswahrnehmungen werden gemein-
sam mit den Wahrnehmungen aus Gelenken, Muskeln und aus dem Seh- und
Hörorgan in der Großhirnrinde verarbeitet. Somit wissen wir, wo wir uns im
Raum befinden. Diese Informationen werden zu den motorischen Regionen
in der Hirnrinde, die für unsere Körperbewegungen und das Hantieren mit Ge-
genständen verantwortlich sind, weitergeleitet. Ein Kind mit einer Störung des
vestibulären Systems kann also, als Folge davon, durchaus nicht in der Lage
sein, zwei Stücke Papier miteinander zu verkleben. Weil sein Gehirn diese
beiden Papiere im Raum nicht einander zuordnen kann. Auch andere Proble-
me beim Basteln und Schreiben können hier ihren Ursprung haben.

 

Das kindliche Gehirn braucht „Futter“ für das Gleichgewichtsorgan. So wie ein Musiker sein Musikinstrument stimmt, stimmen sich Kinder über Reize für das Gleichgewicht.

Auf einer Mauer balancieren oder  auf einem Seil, schaukeln, wippen, hüpfen, rennen, Roller fahren oder Fahrradfahren, das sind  z.B. alles Reize für das Gleichgewicht, die Kindern helfen sich zu entwickeln. Besonders die jüngeren  Kinder brauchen diese Bewegungsreize.

 

Was können Sie tun?

Viele alte Spiele, sind vielleicht etwas in Vergessenheit geraten, fördern aber oftmals sehr gut das Gleichgewichtssystem.

  • B. das alte Mühle Spiel. Zwei Kinder fassen sich an die Hände und drehen sich schnell im Kreis
  • Gummitwist
  • Kullern in einer Regentonne
  • Wasserrutsche im Sommer im Garten (Teichfolie kommt auf den Rasen und wir schön glitschig mit Wasser und etwas Neutralseife oder Körperlotion gemacht, dann Anlauf nehmen und auf dem Bauch runterrutschen. Die Folie kann auch an das Ende einer Rutsche gelegt werden.
  • Hüpfekästchen spielen. Ein Hüpfekästchen wird mit Kreide auf den Boden gemalt und dann versuchen die Kinder auf einem Bein von einem Kästchen zum Nächsten zu hüpfen und kicken dabei einen Stein weiter.
  • Spielplatzgeräte wie Karussells, Schaukeln, Balancierbalken u.s.w.
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  • Klettern
  • Ein Bewegungsspiel, das u. a. auch gut das Gleichgewichtssystem trainiert. Mehrere Kinder
    können gleichzeitig daran teilnehmen. Es ist nicht nötig, dass eine erwachsene Person die
    Spielleitung übernimmt, denn die Kinder können sich der Reihe nach als Spielleiter abwechseln.
    Benötigt werden nur ein CD-Player, Lieblings-CDs der Kinder sowie ein geräumiges Zimmer,
    das viele Möglichkeiten zur Bewegung bietet. Im Freien kann es auch gespielt werden.

Die Kinder überlegen sich nun verschiedene Aktivitäten, die sie während die Musik läuft machen
wollen. Zum Beispiel: Tanzen, Klettern über zuvor selbst aufgebaute Hindernisse (Hindernispar-
cours), Darstellen von verschiedenen Tieren (wie diese laufen, klettern und springen…).

Wenn nun alle Kinder in Bewegung sind, unterbricht der Spielleiter plötzlich –ohne Voranmeldung – die Musik. Und alle Kinder müssen genau in der Stellung verharren, in der sie sich gerade befinden. Bewegung ist jetzt leider nicht erlaubt. Dieser „Bewegungsstillstand“ kann entsprechende Gleichgewichtsreaktionen erforderlich machen, die die Fähigkeit zur Körperbalance schulen. Nach etwa 10 -30 Sekunden wird die Musik wieder weitergespielt, und die Kinder können sich erneut – bis zum nächsten Stop – bewegen. Gespielt werden kann so lange, wie die Kinder Lust haben.

 

 

 

Aber auch Erwachsenen profitieren von Gleichgewichtsübungen, wie z.B. von diesen:

 

l  Stellen Sie sich bitte aufrecht hin und nehmen Sie Ihre Körpermitte wahr, d. h. die Position, bei der Sie ganz senkrecht stehen und Ihr Gewicht gleichmäßig auf beiden Füßen verteilt ist. Suchen Sie sich jetzt eine Stelle, auf die Sie während Ihrer Übung schauen wollen. Das kann ein kleines Bild an der Wand sein, oder z. B. auch einfach nur ein kleiner Punkt auf der Tapete. Als nächstes stellen Sie einen Fuß mit der Fußsohle auf den Fußrücken des anderen Fußes. In dieser Ein-Bein-Stellung bleiben Sie ca. 10-60 sec. Ihre Arme können Sie dabei nach unten hängen lassen oder zur Seite in eine waagerechte Stellung bringen. Sollten Sie dabei zu stark wackeln, so können Sie sich zu Beginn auch mit einer Hand an der Wand abstützen. Dies solange, bis Sie glauben, dass Sie das nötige Gleichgewicht erreicht haben, um die Übung auch ohne Hilfestellung machen zu können. Nun stellen Sie sich auf das andere Bein. Wiederholen Sie diese Übung 2-3x. Dies verbessert übrigens auch Ihre Konzentrationsfähigkeit. Steigerung: Anstatt den einen Fuß auf dem Fußrücken des anderen abzustellen, legen Sie z. B. den rechten Fußrücken in die Knie-kehle des linken Beines. Weitere Steigerung: Schließen Sie beim Gleichgewicht-Halten die Augen!

l  Für diese Übung, mit der Sie besonders Ihr dynamisches Gleichgewicht fördern, benötigen Sie lediglich ein dünnes Springseil oder irgendeine andere Art von „Seil“. Die Länge sollte mindestens 3m betragen. Legen Sie es der Länge nach in Ihrer Wohnung oder auf einer anderen ebenen Fläche aus. Beginnen Sie nun an einem Ende des Seils und setzen einen Fuß vor den anderen, bis Sie am andern Ende angelangt sind. Zwischen den „aufgesetzten“ Füßen sollte kein Zwischenraum frei bleiben. Ihre Arme können Sie zum Ausbalancieren nehmen.

Wenn Sie diese Übung steigern möchten, führen Sie sie bitte rückwärts aus und/oder möglichst auch noch mit geschlossenen Augen. Um einen Übungseffekt zu erreichen, sollten Sie jeweils 6-10x auf dem Seil balancieren. Und keine Angst dabei, Sie können nicht runterfallen ;) Sämtliche Übungen können Sie mit oder ohne Schuhe machen. Wobei das Gleichgewichts-
organ beim Üben ohne Schuhe stärker beansprucht wird. Gleichgewichtsübungen können selbstverständlich auch als Teil einer Sturzprophylaxe in den älteren Lebensjahren einge-
setzt werden!

Probieren Sie die Übungen am besten täglich aus. Die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, wird sich mit der Zeit verbessern. Viel Spaß!

 

 Was hat Werfen und Fangen mit Schreiben lernen zu tun?

Die meisten Fähigkeiten, die ein Kind später zum Lesen und Schreiben braucht, lernt es schon ganz früh, häufig beginnt das “Training” schon im ersten Lebensjahr. Eine dieser Basisfähigkeiten ist die “Auge-Hand-Koordination”. Kinder üben das z.B. beim Werfen und Fangen. Und nicht nur das, viel Konzentration ist ebenfalls gefragt, wenn ein Kind vielleicht erste Jonglierübungen machen möchte. Weiterhin werden Körperwahrnehmung und Körperkoordination spielerisch geübt.

Frisbeescheibe zum Selbermachen

Hier gibt es eine Anleitung um eine Frisbeescheibe selber herstellen zu können.Die Frisbee hat sehr gute Flugeigenschaften und tut nicht weh, wenn sie vielleicht einmal nicht gefangen wird und die Nase trifft. Ausprobieren kann man die Frisbee in der Praxis, dort gibt es auch das “Schnittmuster” und die Anleitung dazu hier auf dem Blog:

IMG_0401Sie brauchen Baumwollstoff, Bleiband (braucht man sonst in Gardinensäumen), Stecknadeln, eine Sicherheitsnadel und eine Nähmaschine.

 

 

 

Zuerst schneiden Sie aus dem Stoff zwei Kreise aus .Der Kreis hat einen Durchmesser von ca. 20 cm.Dann nähen Sie die beiden Kreise zusammen und lassen eine Öffnung zum Wenden. Schneiden Sie den Kreis mehrmals bis zur Naht ein, dann lässt er sich besser wenden und die Kreisform kommt schöner heraus.

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Wenden Sie den Stoff, so dass die “schöne Seite”  jetzt nach außen kommt und nähen Sie noch einmal mit gut 1,5 cm Abstand am Rand entlang, es entsteht dadurch ein kleiner Tunnel, durch den  jetzt die Bleischnur mit Hilfe der Sicherheitsnadel IMG_0405gezogen werden kann.

 

 

 

 

Die Bleischnur wird jetzt noch gut mit einem Nähgarnfaden verknotet, die Wendeöffnung mit der Hand geschlossen und dann viel Spaß beim Spiel mit der Frisbee und beim  Training der Auge-Hand – und Körperkoordination ;-) .

Nähanleitung für eine Luftballonhülle.

Durch so eine Stoffhülle wird ein Luftballon zu einem “wohnungstauglichen” Ball, mit dem man werfen, fangen, balancieren oder Aktivierungsübungen machen kann. Das Schnittmuster bekommen Sie in der Praxis, die Fotoanleitung gibt es hier:

Sie brauchen: Stoffreste, einen Luftballon,  das Schnittmuster, eine Nähmaschine, nur etwas Nähübung, eine Schere, Stecknadeln und dann geht es los!

Zuerst legen Sie das Schnittmuster auf die Stoffreste.IMG_0389

 

 

 

 

Das große Teil benötigen wir 6 x. Das kleine 6-Eck wird 3 x aus dem Baumwollstoff zugeschnitten.

 

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Als nächstes werden zwei kleine 6- Ecke rechts auf rechts zusammengesteckt und entlang der roten Linie zusammengenäht.Von jeder Seite ca. 3,5 cm.IMG_0392

 

 

 

 

Dann werden alle 6 langen Teile an den Seiten, rechts auf rechts gesteckt und  zusammengenäht. Fertig sieht das dann so aus:

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Jetzt werden die zusammengenähten 6-Ecke als Deckel oben angenäht.Das letzte 6-Eck wird unten rechts auf rechts gesteckt und an die oberen Kanten der langen teile genäht. Alles durch die Öffnung wenden, Luftballon in die Hülle und den Luftballon aufpusten.Einen Knoten kann man sich sparen, einfach das Luftballonende etwas verdrehen und unter die Stoffhülle stecken. Fertig!! Viel Spaß beim Spielen!

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Kinder mit “Dyspraxie” in meiner Praxis

 …und schon wieder kriege ich das nicht hin.
Dieser Satz klingt mir noch gut in den Ohren. So oft hatte ich ihn von Moritz (9 Jahre alt) schon gehört. Auch der Satz: „Immer ich, immer passieren mir solche blöden Sachen!“ gehört zu Moritz, wie seine blonden „ Michel aus Lönneberga“ Haare. Moritz weiß eigentlich genau, wie man mit Säge, Schere, Dosenöffner, Hammer oder Handbohrer umgehen muss, aber nimmt er das Werkzeug in die Hand, gelingt ihm nichts mehr, dann scheint er zwei ungeschickte Hände zu haben. Und nicht nur das, auch Fahrrad -oder Skateboard fahren kann er üben und üben, es klappt einfach nicht. Bis er überhaupt schwimmen konnte, brauchte er drei Schwimmkurse. Moritz ist oft traurig, weil er genau merkt, dass nur er mal wieder irgendetwas nicht kann, was alle aus seiner Klasse längst hinbekommen.
Kinder wie Moritz kennen wir gut in der Ergotherapie. Wir sagen, sie haben eine Dyspraxie, können also gute Ideen nicht in eine Handlung umsetzen. In der Ergotherapie gibt es zwei Behandlungsansätze,
• das Konzept der Sensorischen Integration nach Jean Ayres
• und den CoOp Ansatz nach Helen Polatajko.
Bei der sensorischen Integrationstherapie (SI) geht man davon aus, dass die Basissinne noch nicht gut entwickelt sind und nicht gut zusammen arbeiten. Besonders im Blick haben wir die Körpereigenwahrnehmung (Propriozeption), das Gleichgewicht und das Fühlen und Spüren über die Haut. Alle drei Sinnessysteme gehören zusammen und müssen harmonieren. Ist ein Sinn zu wenig oder zu viel ausgeprägt, kann das die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen.
Ein Beispiel: Spürt ein Kind seinen Körper nicht gut genug (Propriozeption), wird es evtl. Probleme in der Körperkoordination bekommen, also beim Zusammenspiel der einzelnen Körperteile oder Körperhälften. Ein Hampelmannsprung, schwimmen oder fahrradfahren gelingen aber nur mit einer guten Koordination. Auch bei feinmotorischen Arbeiten, müssen alle Körperteile gut zusammenarbeiten, z.B. beim Schreiben, die Finger müssen den Stift halten, die Augen müssen die Hände kontrollieren , die Arbeitshand und die Haltehand müssen sich abstimmen u.s.w.
Ist nur die Körperwahrnehmung betroffen, kann dies das Kind vielleicht noch ausgleichen, sind aber auch die beiden anderen Basissinne noch nicht gut integriert, kann es zu dyspraktischem Verhalten (ungeschickten Handlungen) kommen.
In der Therapie wird die Ergotherapeutin jetzt die Basissinne auftrainieren, um die Entwicklung des Kindes zu fördern. Hierbei schauen wir immer, wann welches Sinnessystem in der normalen sensomotorischen Entwicklung geschult wird. Dann gehen wir auf die Entwicklungsstufe zurück, wiederholen und verstärken sie. „Therapie toppt Alltag“ ist dabei unser Merkspruch und meint, dass die Reize für die Sinne immer klarer, stärker oder eindeutiger sein müssen, als das, was sich das Kind sowieso selber im Alltag holen kann. Bleiben wir bei dem Sinn „Propriozeption“ dieser Sinn wird durch Druck und Zug auf Muskeln, Bänder und Gelenke gefördert. Z.B. beim Drehen von Bauchlage auf Rückenlage. Es kommt Druck auf die Vorderseite des Körpers, auf den Rücken und auf die Seiten. Das Kind schult also durch das Kullern die Körperwahrnehmung. In der Therapie verstärken wir diese Position, indem wir z.B. das Kind in dicke Matten einwickeln (und natürlich auch wieder auswickeln) oder indem es auf dem Bauch auf der Therapieschaukel liegt und jetzt kleine Sandsäckchen auf den Rücken gelegt bekommt usw.
Ganz anders funktioniert der COOP Ansatz. Der COOP Ansatz ist ein kognitiver Ansatz, d.h., das Kind soll zu einer Problemlösung durch gezieltes Nachfragen hingeführt werden. Es überlegt, wieso eine Handlung nicht funktioniert, schaut sich evtl. bei Gleichaltrigen an, wie sie das Problem lösen, probiert neue Körperhaltungen oder neue Strategien aus, bis die Handlung gelingt.
Dieser Ansatz verlangt von einem Kind, dass es schon gut reflektieren kann und Lösungsideen gut erkennen und übertragen kann. Hierbei wird es von den Therapeuten unterstützt, sodass es zu keinem Misserfolg kommt.

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